Eine Parabel welche mir im Bereich des Zeitmanagements stark geholfen hat, ist die der großen, kleinen und winzigen Steinen. Falls du mal ein Buch über das Thema Gewohnheiten oder Zeitmanagement gelesen hast, ist sie Dir bestimmt bereits begegnet. Sie lautet in meinen eigenen Worten wie folgt:
Ein Universitätsprofessor kommt eines Tages mit einer leeren Glasvase in die Vorlesung. Er stellt sie auf das Pult, legt 4 große Steine hinein und fragt das Auditorium, ob diese Vase nun voll sei. Seine Studenten bejahen, denn kein großer Stein passt mehr in die Vase. Daraufhin holt der Professor eine Schale mit Kieselsteinen hervor und schüttet sie in die Vase. Da die Steinchen kleiner als die großen Steine sind, füllen sie die bisherigen Zwischenräume auf. Erneut fragt der Professor seine Zuhörer, ob die Vase denn nun voll sei, denn die Kieselsteine reichen bereits bis an den Rand des Gefäßes. Erneut bejahen seine Studenten die Frage, obwohl einige bereits zu Schmunzeln beginnen. Nun holt der Professor ein Schälchen herauf, welches mit Sand gefüllt ist und schüttet ihn in die Vase. Der Sand fließt erneut in die Zwischenräume und verschwindet somit komplett in der Vase.
Was hat diese Parabel zu bedeuten?
Die Vase symbolisiert einen gewissen Zeitraum. Beispielsweise einen Tag, , einen Monat oder auch ein Jahr. Die großen Steine symbolisieren die wichtigen Dinge des Lebens. Von Mensch zu Mensch unterscheiden sich diese großen Steine, denn wir setzen Prioritäten unterschiedlich. Oft werden jedoch Familie, Freundschaften oder bei gläubigen Menschen Gott genannt.
Die Kieselsteinen symbolisieren Dinge in unserem Leben, welche zwar wichtig sind, jedoch nicht an die Hauptprioritäten unseres Lebens heranreichen. Das kann die Arbeit, ein Hobby oder auch ein Projekt (wie dieser Blog) sein.
Zu guter Letzt ist der Sand zu definieren. Jener symbolisiert eher unwichtige Dinge unseres Lebens, welche entweder gemacht werden müssen (jedoch keine hohe Priorität haben) oder die uns einfach Freude bereiten. Spülen und Waschen können als Beispiel herangezogen werden oder auch Social Media und die Lieblingsserie.
Was ist nun der Clue an dieser Parabel?
Der Clue an dieser Parabel ist, dass die Reihenfolge des Befüllens der Vase entscheidend ist. Wenn ich zuerst den Sand und anschließend die Kieselsteine in die Vase fülle, passen die großen Steine nicht mehr hinein.
Das ist eine Erfahrung, die ich in meinem Alltag oftmals erleben. Ich habe ausreichend Zeit, um meine sozialen Medien zu checken, mit meinen Kumpels zu Zocken oder auch meine Arbeit zu erledigen. Jedoch passt dabei der eine oder andere große Stein, nicht mehr in meine Lebensvase. Das frustriert und demotiviert. Wenn darunter der große Stein Familie leidet, frustriert es nicht nur mich.
Was lernen wir daraus?
Der erste wichtige Schritt ist das Bewusstmachen der großen und kleinen Steine im Leben. Was ist in meinem und deinem Leben von großer Priorität und was nicht? Herausfordernd ist dabei, sich bei den großen Steinen auf 3-4 zu beschränken.
Wenn die großen Steine identifiziert sind, gilt es die Kieselsteine zu definieren. Manche sind dabei selbsterklärend, wie beispielsweise die Arbeit, bei anderen gilt es sich bewusst zu machen, was man persönlich möchte. Folglich hängt die Definition mit den Zielen meines Lebens zusammen. Bei mir stellt sich beispielsweise die Frage, ob dieser Blog ein Kieselstein ist (dann plane ich mir dafür bewusst Zeit ein) oder ob es Sand ist. Alles weitere ist Sand. Dinge die nett oder notwendig, aber nicht wichtig sind.
Schritt zwei lautet, die Lebensvase befüllen. Folglich gilt es, den Kalender zu schnappen und sich zu überlegen, wann ich mir Zeit für die großen Steine meines Lebens einplanen kann. Ein großer Stein meines Lebens sind zum Beispiel meine 2 kleinen Kinder. Also habe ich es mir zum Ziel gesetzt, jeden Tag mindestens 1 Stunde bewusst Zeit mit ihnen zu verbringen. Wenn ich mir diese Zeit nicht in den Kalender eintrage, wird sie zumeist von den Kieselsteinen der Arbeit zugeschüttet. Ein weiterer großer Stein ist meine persönliche Zeit mit Gott. In dieser Zeit werde ich Still, schreibe in mein Gebetstuch und lese die Bibel. Diesen Stein habe ich mir früh morgens am Tag eingetragen, wenn mein Kopf noch nicht voll wirrer Gedanken ist. Bei allem planen kann es jedoch auch passieren, dass es mal nicht so klappt, wie gewollt. Dann ist das nicht weiter schlimm, es ist nur wichtig, sich seiner großen Steine wieder bewusst zu werden.
Anschließend gilt es die Kieselsteine des Lebens in den Kalender einzutragen. Dabei kann man ähnlich vorgehen, wie bei den großen Steinen. Manche Kieselsteine tragen sich dabei von selbst ein, wie zum Beispiel die Arbeit (diese gilt es eher zu begrenzen) und manche scheinen sich nicht eintragen lassen zu wollen, wie zum Beispiel das geliebte Fitnessstudio. Ein Hauptkonkurrent der Kieselsteine ist dabei der Sand. In dem Leben vieler Menschen ist das die Bildschirmzeit vor dem Handy (laut der FAZ verbringt der durchschnittl. Nutzer 3,7 Stunden pro Tag vor dem Bildschirm). Natürlich schwindet dadurch Zeit, welche für die Kieselsteine des Lebens genutzt werden könnte.
Zu guter Letzt kommt noch der Sand. Diesen muss man nicht eintragen (kann man), er füllt jedoch die restlichen Zwischenräume von ganz allein. Wie bereits oben erwähnt, gilt es ihn an mancher Stelle eher zu begrenzen.
Mir persönliche hat diese Parabel vor Augen geführt, wie wichtig es ist, sich im Leben Prioritäten zu setzen und diese Prioritäten auch in seinen Kalender zu übertragen. Wenn ich mir für diese Dinge nicht bewusst Zeit nehme, werde ich keine Zeit dafür haben!
Ich hoffe auch Dir hat sie geholfen. Falls ja, dann schreibe mir doch einen kurzen Kommentar oder schreibe mir persönlich.
